
Herr Herr Koschinski führte stets ein redliches und keusches Leben. Er ging einer geregelten Arbeit nach, besuchte stets den Gottesdienst, hatte sich ein Eheweib gesucht
und hielt sich gleichwohl stets von Unkeuschheiten und Unzucht fern.
Gewiss werden Sie nunmehr fragen: "Was ist diesem Herrn nur zu gestoßen? Wie konnte es so weit kommen?"
Nun, werte Leser, ich will es Ihnen verraten.
Herrn Koschiski und seiner Gattin erwuchs eines Tages ein latenter Kinderwunsch. Nur gut und recht, möchte man meinen, befolgen beide doch somit die Gebote des Herrn.
Beide konsultierten noch einmal die Fachliteratur, die ihnen ihre redlichen Eltern zu diesem Thema vermacht hatten. Sodann schritten sie zur Tat.
Herr Koschinski begann, im gesamten Schlafzimmer Blumen zu verteilen. Dabei erlitt er (starker Allergiker) einen schweren Asthmaanfall.
Dies war das erste Zeichen, doch er wusste es nicht zu deuten.
Als er sich halbwegs wieder erholt hatte, ließ Herr Koschinski schließlich die Bienen ins Haus. Er hatte diese bei einem örtlichen Imker erworben und sich dort über die Tiere informiert.
Offenbar schienen diese besonders auf bestimmte Lockstoffe zu reagieren.
Und da der Kinderwunsch nun einmal so groß war, hatten sich sowohl Herr Koschinski, als auch seine Gattin ihre ganze Bekleidung mit solchen Lockmitteln besprüht.
Den Ausgang der ganzen Kausa, werte Damen und Herren, habe ich mit dem oben eingefügten Lichtbild bereits vorweg genommen.
Beide wurden schrecklich gestochen, Herr Koschinski fünfundsiebzig, seine Gattin achtzig mal. Beide liegen noch heute im Hospital und werden auf Lebenszeit entstellt bleiben.
Doch warum das alles? Nun, im Alter von fünfzehn Jahren hatte Herr Koschinski einmal eine Seite eines Artikels aus dem sogenannten "Spieljungen" auf dem Schulhofe gegen
drei Murmeln getauscht. Dort stand zu lesen, dass sich Mann und Frau bei der Nachwuchszeugung entkleiden.
Und genau daran hatte er bei der Vorbereitung seines Zucht-Aktes gedacht. Sprich: er hatte unkeusche Gedanken.
Was lernen wir daraus? Der Herr straft selbst Ersttäter mit aller Härte. Wie überaus gnädig von ihm.
Ihr
Baron von Friedel
